Islamische Studentengemeinschaft an der TU Clausthal

Der Prophet Muhammad


Die Muslime sind davon überzeugt, dass der Gesandte Muhammad, Friede sei mit ihm, der letzte in der Reihe der Gesandten und Propheten ALLAHs ist und dass nach ihm kein anderer Prophet oder Gesandter kommen wird.

Im Quran heisst es: "Muhammad war nie der Vater eines eurer Männer, sondern er ist ALLAHs Gesandter und der Abschließende aller Propheten." (33:40)


Wer war Muhammad

Eine kurze Darstellung seines Lebens - von Amir Zaidan

Muhammad, Friede sei mit ihm, ist der abschließende Gesandte und Prophet Allahs und der ihm hinabgesandte Quran ist die abschließende Schrift an die Menschen. Er hat die letzte Version des Islam und seine endgültige Form verkündet.

Sein Name bedeutet “der viel Gelobte”. Sein Vater ‘Abdullah Bnu-‘abdilmut-talib ist kurz vor seiner Geburt gestorben, so ist er, Friede sei mit ihm, als Waisenkind in Mekka 571 n. Chr. geboren. Dann lebte er bis zu seinem fünften Jahr in der Wüste und wurde dort von seiner Milchmutter Halima As-sa’diya gestillt und betreut.

Mit Sechs wurde er Vollwaise, nachdem er seine Mutter Aamina verloren hatte. Danach wurde er von seinem Großvater ‘Abdulmut-talib betreut. Im Alter von acht Jahren verlor er dann seinen Großvater. Danach wurde er von seinem Onkel väterlicherseits Abu-talib in Obhut genommen. Dieser hatte viele Kinder und war arm. Um seinen Onkel zu unterstützen begleitete er ihn im Alter von 12 Jahren in einer Handelskaravane nach Syrien.

Mit zunehmendem Alter genoss er unter den Mekkanern großen Respekt und Beliebtheit aufgrund seiner Tüchtigkeit, Wahrheitsgetreue und Vertrauenswürdigkeit. Sie nannten ihn As-sadiq, Al-amin: der Wahrheitssprechende, der Vertrauenswürdige. Sein ausgezeichneter Ruf hat eine Frau namens Khadidscha, aus dem Adel Mekkas veranlasst, ihn mit der Verwaltung ihres Handels und Vermögens zu beauftragen. Später hat sie ihm über Dritte die Heirat vorgeschlagen und er, Friede sei mit ihm, hat sie geheiratet. Zu diesem Zeitpunkt war Muhammad, Friede sei mit ihm, 25 Jahre und Khadidscha (radial-lahu ‘anha: Allahs Wohlgefallen auf sie) 40 Jahre alt. Sie blieb seine einzige Frau bis zu ihrem Tod nach 25 Jahre und war die Mutter seiner sechs Kinder: zwei Jungen: Al-qasim und ‘Abdullah, die früh starben, und vier Mädchen: Zainab, Ruqaiya, Um-kulthum und Fatima.

Für die Mekkaner war Muhammad, Friede sei mit ihm, eine bekannte Adresse für die Schlichtung von Streitigkeiten, insbesondere bei dem Streit um den Wiederaufbau der Ka’ba, nachdem sie durch starken Regen herunterfiel. Sie haben ihm auch ihre wertvollen Sachen anzuvertrauen.

Mit dem zunehmenden Alter (um 40) hat Muhammad, Friede sei mit ihm, die Erfahrung gemacht, dass seine Traumgesichter sich in Wirklichkeit bewahrheitet haben. Dann hatte er das Bedürfnis, sich in einer Höhle namens Hiraa zurückzuziehen, um ALLAH (ta’ala) und seiner Schöpfung zu gedenken. Muhammad, Friede sei mit ihm, hat nie einem Götzen wie die Mekkaner gedient oder angebetet. Er hat die Religion und Bräuche seiner Großväter Ibrahim und Ismael ('alaihimus-salam: ALLAHs Friede sind ihnen) befolgt und ALLAH (ta’ala: Der Erhabene) allein angebetet und verherrlicht.

Im Jahre 610 n. Chr., während er in der Höhle Hiraa war, kam zu ihm der Erzengel Dschbriel (‘alaihis-salam) mit der ersten Botschaft Allahs und der Aufforderung, diese im Namen Allahs, des Schöpfers (Sure 96) vorzutragen. Muhammad, Friede sei mit ihm, musste dann genau das wiederholen, was Dschbriel (‘alaihis-salam) ihm vorgetragen hat, denn er war, Friede sei mit ihm, Analphabet. Er konnte weder lesen noch schreiben. Nachdem er, Friede sei mit ihm, seine Ängste überwunden hatte nach dieser ersten unerwarteten Begegnung mit dem Engel mit Hilfe seiner Frau und ihres Cousins Waraqa Bnu- naufal, der ein Nazarener war und vom Kommen eines Gesandten wusste, kam Dschbriel (‘alaihis-salam) mit einer weiteren Sura (Nr. 74) und Muhammad, Friede sei mit ihm, begann, seine engsten Verwandten und Freunde aufzuklären und zum Islam einzuladen und aufzufordern, von der Götzendienerei abzulassen und ALLAH (ta’ala), den einen Schöpfer und Gott anzubeten.

Nach drei Jahren begann Muhammad, Friede sei mit ihm, auf die Anordnung ALLAHs, alle Mekkaner öffentlich zum Islam einzuladen. Auf der anderen Seite hat sich bei den mekkanischen Polytheisten eine Front gegen den Islam formiert.

Viele der reichen und mächtigen Mekkaner hatten Angst um ihren Handel und um ihre Machtstellung, die durch Ka’ba und die Götzen, zu denen die arabischen Stämmen pilgerten, begründet war. Diese Haltung der Mekkaner hat sie dazugeführt, alle Anhänger des Islam zu verfolgen, zu misshandeln und zu foltern. Gleichzeitig haben sie versucht, den Gesandten Muhammad, Friede sei mit ihm, und seine Großfamilie anzudrohen und unter enormen Druck zu setzen, um so Muhammad, Friede sei mit ihm, dazu zwingen, von seinem Anruf zum Islam Abstand zu nehmen. Als sie damit gescheitert waren, haben sie verzweifelt versucht, den Ruf Muhammads und der Muslime durch Verleumdungen zu ruinieren. Als sie damit auch scheiterten, begannen sie Gewalt gegen alle Muslime und ihre Verbündeten anzuwenden. Es dauerte nicht lange, bis die Muslime ihre ersten Todsopfer beklagt haben.

Mit der Eskalation der Gewalt und der Verfolgung gegen die Muslime hat Muhammad, Friede sei mit ihm, dann seinen Gefährten die Auswanderung nach Abessinien angeordnet, um sie vor der Vernichtung durch die Polytheisten aus Mekka zu schützen. Die Mekkaner wollten jedoch die Muslime nicht in Ruhe lassen und haben versucht, den christlichen König von Abessinien dazu zu bewegen, die Muslime an sie auszuliefern, was ihnen nicht gelang.

In ihrer Verzweiflung haben diese Mekkaner im siebten Jahr nach der Entsendung Muhammads die Muslime mit einem dreijährigen kompletten Embargo belegt und alle im Tal von Banilmut-talib belagert. Nach drei Jahren mussten sie das Embargo aufgeben, ohne sich mit dem Islam abzufinden, und haben mit der Verfolgung und dem Folter der Muslime weitergemacht. Im 10. Jahr der Prophetenschaft Muhammads hat der Gesandte, Friede sei mit ihm, mit dem Tod seiner Frau Khadidscha und seines Onkels Abu-talib zwei starke Verbündete und Trostspender verloren. Danach hat der Gesandte, Friede sei mit ihm, Sauda Bintu-zam’a geheiratet und mit der Verkündung des Islam außerhalb Mekka begonnen. Er ist bis nach Taif (ca. 100 km von Mekka entfernt) zu Fuß gelaufen und hat alle arabischen Stämme unterwegs zum Islam eingeladen, jedoch ohne Erfolg. In Taif wurde, Friede sei mit ihm, sogar beschimpft und mit Steinen beworfen. Auch danach hat er ALLAH (ta’ala) um Vergebung und Rechtleitung für diese Menschen gebeten. In Mekka hat er dann mit der Verkündung seiner Botschaft fortgeführt und die Saison der Pilgerfahrt ausgenutzt, um mit den meisten arabischen Stämmen in Kontakt zu kommen und sie seine Botschaft zu gewinnen.

Im Jahre 11 nach seiner Prophetenschaft (620 n. Chr.) hat er eine Pilger-Delegation aus Madina (damals Yathrib genannt) getroffen und für den Islam gewonnen. Mit der Verbreitung des Islam in Madina durch die neuen Muslime begann für den Gesandten, Friede sei mit ihm, und für seine Botschaft eine neue Ära. Auch in diesem Jahr hat er ‘Aischa, Tochter seines besten Gefährten Abu-bakr As-siddiq, geheiratet und kurz danach hat er sein Wunder “al-israau wal-mi’radsch” (Reise nach Jerusalem und dann in den Himmel) erlebt. In dieser Reise wurde das fünfmalige Salah-Gebet den Muslimen vorgeschrieben. Im Jahre 12 der Prophetenschaft kam eine neue Pilger-Delegation aus Madina und haben mit dem Gesandten, Friede sei mit ihm, den ersten Vertrag von ‘Aqaba vereinbart. Danach haben sie sich verpflichtet, ALLAH (ta’ala) keinen Partner beizugesellen, nicht zu stehlen, keine Unzucht zu treiben, ihre Kinder nicht zu töten, nicht zu lügen oder betrügen und dem Gesandten zu gehorchen. Bei ihrer Rückkehr wurden sie vom Sahabi “Mus’ab Bnu- ‘umair” (radial-lahu ‘anh) begleitet, um ihnen die islamischen gottesdienstlichen Handlungen beizubringen und mit ihnen ihr ganzes Volk zu Islam einzuladen.

Ein Jahr später kamen aus Madina 75 Muslime darunter 2 Frauen und sind gemeinsam den zweiten Vertrag von ‘Aqaba mit dem Gesandten eingegangen. In diesem Vertrag haben sich die Muslime aus Madina zusätzlich zum größtmöglichen Einsatz für den Islam und für den Schutz des Gesandten in Madina verpflichtet. Mit diesem Vertrag war der Grundstein für den islamischen Staat in Madina gelegt worden und eine wichtige Vorbereitung zur Auswanderung des Gesandten aus Mekka nach Madina unternommen worden. Dieser Entwicklung wollten die Mekkaner mit dem Ermorden des Gesandten begegnen. Der Engel Dschibril (‘alaihis-salam) hat den Gesandten darüber in Kenntnis gesetzt und befohlen nach Madina auszuwandern (Hidschra). Unter größter Gefahr hat der Gesandte mit seinem Gefährten Abu-bakr (radial-lahu 'anh) Mekka verlassen, nachdem er seinen Cousin Ali (radial-lahu 'anh) dort zurückgelassen hat, um den Mekkanern ihre dem Gesandten anvertrauten Sachen zurückzugeben.

In Madina war die erste Aktivität des Gesandten, Friede sei mit ihm, unmittelbar nach seiner Ankunft die gezielte Etablierung einer islamischen Identität durch Umgestaltung der herrschenden Gesellschaftsstrukturen. Hierbei hat er insbesondere berücksichtigt, intensiviert und geregelt:

  • die Beziehung der Ummah der Muslime zu ALLAH (ta’ala) durch den Bau der ersten Moschee als Zentrum des religiösen und gesamten sozialen und politischen Lebens der Muslime.
  • die inner-islamischen Beziehungen durch die sog. “Mu-achat” (Verbrüderung) zwischen jeweils einem Ausgewanderten aus Mekka und einem einheimischen Muslim. Dadurch waren sämtliche Unterschiede unter den Muslimen wie Abstammung, Rasse, Herkunft, Hautfarbe etc. abgeschafft worden und unter ihnen entwickelte sich eine intensive Beziehung mit starkem Zusammengehörigkeits- und Verantwortungsgefühl.
  • die Beziehung der Ummah der Muslime zu anderen Ummahs” durch die Charta von Al-Madina. Diese Charta hat umfassend und auf ausgewogene Art und Weise allen Bereichen des Zusammenlebens von Individuen und religiösen Gruppen (insbesondere Juden und Muschrik) in Madina Rechnung getragen.
Nach der Etablierung des ersten islamischen Staatswesens in Madina hatten die Muslime die Erlaubnis, sich gegen Aggressionen mit Waffen zu verteidigen. Im zweiten Jahr nach der Hidschra (n. H.) kam es im Ort Badr zur ersten bewaffneten Konfrontation zwischen den Muslimen und den Mekkanern, als die Muslime ein Teil ihres Vermögens zurückhaben wollten, das ihnen bei ihrer Vertreibung aus Mekka mit Gewalt weggenommen wurde. Der Sieg, den die Muslime davon getragen haben, war gewaltig und hat zur Festigung ihres neu gegründeten Staats geführt.

In den darauf folgenden Jahren kam es dann zu weiteren bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Mekkanern und ihren Verbündeten, die mit dem endgültigen Sieg der Muslime und schließlich im achten Jahr nach der Hidschra ihrem Einmarsch in Mekka endeten. In diesen Jahren kam auch zu Auseinandersetzungen mit den Juden in Madina, die ihre Beistands¬abkommen mit den Muslimen verletzt und die Mekkaner bei ihrer Aggression gegen die Muslime unterstützt haben.

Im 10. Jahr n. H. ist der Gesandte Muhammad, Friede sei mit ihm, im Alter von 63 Jahren in Madina gestorben, nachdem er den Polytheismus auf der arabischen Halbinsel endgültig besiegt hat.

Quelle: www.islam-verstehen.de
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Die Abschiedspredigt

Die letzte Pilgerfahrt des Propheten Muhammad, ALLAHs Gnade und Frieden seien mit ihm, (632) während derer er eine eindrucksvolle Predigt hielt und die Männer zur guten Behandlung der Frauen ermahnte. Im Jahre zehn der Higra, also 23 Jahre nach der ersten Offenbarung, zog der Prophet noch einmal mit vielen anderen Muslimen gemeinsam nach Makka, um die Pilgerfahrt zu vollziehen. Er war jetzt schon über sechzig Jahre alt, und die Zahl seiner Anhänger war nicht mehr gering. In diesem Jahr pilgerten weit über hunderttausend Muslime aus allen Teilen Arabiens nach Makka.

Sie alle kamen, um Allah, dem einzigen Gott zu dienen und Ihn allein anzubeten. Welch eine Veränderung hatte Allah, der Allmächtige, in diesem Land geschehen lassen! Wo früher Götzen angebetet wurden, wo die Menschen einander betrogen und sich gegenseitig umbrachten, herrschte jetzt Frieden; Frieden durch die Ergebung in den Willen Allahs und in Seine Gesetze.

Nach der Pilgerfahrt kehrte der Prophet nach AI-Madina, der "Stadt des Propheten", zurück. Schon kurze Zeit später, im Alter von 63 Jahren, erkrankte er schwer. Er litt unter starken Kopfschmerzen und wurde bald so schwach, daß er nicht mehr ohne Hilfe gehen konnte. In dieser Abschiedspilgerfahrt hielt der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, folgende Predigt:

"Alles Lob gebührt Allah! So loben wir Ihn, bitten Ihn um Hilfe, flehen Ihn um Vergebung an und wenden uns zu Ihm. Und wir suchen Zuflucht bei Allah vor den Übeln unserer selbst und unserer schlechten Taten. Wen Allah rechtleitet, den kann niemand irreleiten, und wen Allah irregehen läßt, für den gibt es keinen, der ihn rechtleitet. Ich bezeuge, daß kein Gott da ist außer Allah allein, Der keinen Partner hat. Sein ist das Reich, und Ihm gebührt alles Lob, und Er hat Macht über alle Dinge; Er gibt das Leben und Er gibt den Tod, und Er ist aller Dinge Mächtig.

Kein Gott ist da außer Allah allein; Er hat Sein Versprechen erfüllt und Seinem Diener Sieg verliehen und die verbündeten Gegner vernichtet.

Oh ihr Menschen, hört auf meine Worte; denn ich weiß nicht, ob ich euch jemals wieder nach diesem Jahr, in einer solchen Versammlung, begegnen werde.

0 ihr Menschen, Allah sagt: »0 ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.« (Sura 49: 13)

Ein Araber ist nicht vorzüglicher als ein Nichtaraber, noch ein Nichtaraber vorzüglicher als ein Araber; ein Schwarzer ist nicht vorzüglicher als ein Weißer, noch ein Weißer vorzüglicher als ein Schwarzer, außer durch Frömmigkeit. Die Menschen stammen von Adam, und Adam ist aus Erde.

Wahrlich, jedes Privileg, sei es auf Grund von Blut oder Besitz, ist unter diesen meinen Füßen ausgelöscht, außer der Aufsicht über die Al- Ka'ba und dem Tränken der Pilger.

0 ihr Leute der Quraish, bringt nicht weltliche Güter, für die ihr Verantwortung tragt, während andere Werke für das Jenseits bringen; denn ich kann nichts bei Allah für euch tun.

Wahrlich, alle Dinge aus der Al-Jahiliyya sind nun unter meinen Füßen ausgelöscht. Die Blutrache der Al-Jahiliyya ist aufgehoben, und die erste Blutrache, die ich aufhebe, ist das Blut des Rabi'a Ibn AI-Harith, der bei den Banu Sa'd aufgezogen und von den Hudhail getötet worden war. Die Zinsen aus der Al-Jahiliyya sind aufgehoben, und der erste Zins, den ich aufhebe, ist der des Al-'Abbâs Ibn' Abdulmuttalib. All das ist aufgehoben.

O ihr Leute, wahrlich euer Blut, euer Gut und eure Ehre sind unantastbar, bis ihr eurem Herrn gegenübersteht, ebenso wie der heutige Tag und der jetzige Monat und diese eure Stadt heilig sind.

Und ihr werdet euch eurem Herrn begegnen und Er wird euch über eure Taten befragen. Dies habe ich euch wahrlich gesagt.

O ihr Leute, ihr habt ein gewisses Recht über eure Frauen, und sie haben ein gewisses Recht über euch.

Sie haben euch gegenüber die Pflicht, nicht euer Bett entehren zu lassen und keine offenkundige Schändlichkeit zu begehen.

Wenn sie das tun, so hat Allah euch erlaubt, sich von ihrem Lager zu trennen und sie zu schlagen (*) , aber nicht heftig; doch wenn sie aufhören erhalten sie ihren Unterhalt und ihre Kleidung wie üblich.

Wahrlich, der Frau ist es nicht erlaubt, etwas vom Besitz ihres Mannes wegzugeben ausser wenn er es gestattet.

Behandelt die Frauen gütig; denn sie sind eure Schützlinge und können nicht für sich selbst einstehen.

Fürchtet Allah hinsichtlich der Frauen; denn ihr habt sie genommen im Schutz Allahs und habt durch Allahs Wort legalen Verkehr mit ihnen.

O ihr Menschen, Allah der Erhabene hat jedem, dem es zukommt, seinen Anteil am Erbe angeordnet, und es braucht kein Testament für einen Erben gemacht zu werden.

Das Kind bringt ihr ins Bett, und der Ehebrecherin gehört der Stein. Und die Abrechnung dafür liegt bei Allah.

Wer eine andere Abstammung als seinen Vater angibt oder sich als Klienten eines anderen als seines Schutzherrn ausgibt, auf dem lastet der Fluch Allahs.

Schulden müssen bezahlt werden, Geliehenes ist zurückzugeben, Geschenke sind zu erwidern, und der Bürge hat fällige Schulden zu zahlen.

Wahrlich, ein Verbrecher ist nur für sich verantwortlich. Ein Mensch kann nicht für das Verbrechen seines Vaters verantwortlich gemacht werden, noch der Vater für das seines Kindes.

Nichts, was dem Bruder gehört, ist einem erlaubt, es sei denn, er gäbe es gern und freiwillig.

Tut euch nicht selbst Unrecht.

O ihr Menschen, jeder Muslim ist der Bruder des anderen, und wahrlich, die Muslime sind Brüder.

Und was eure Sklaven angeht, so gebt ihnen zu essen, von dem, was ihr esst, und kleidet sie, wie ihr euch kleidet.

Kehrt nach mir nicht zum Kufr zurück, so dass ihr euch die Köpfe abschlagt.

Wer ein Pfand hat, soll es dem zurückgeben, der es ihm anvertraut hat.

Wenn euch ein schwarzer Sklave mit abgeschlagener Nase befiehlt und euch durch das Buch Allahs leitet, so hört auf ihn und gehorcht ihm!

0 ihr Menschen, es gibt keinen Propheten nach mir und keine neue Umma nach euch.

Und ich habe euch etwas hinterlassen, wodurch ihr nach mir nie mehr irregehen werdet, wenn ihr euch daran haltet: das Buch Allahs und die Sunna Seines Propheten.

Und hütet euch davor, die Grenzen im Din zu überschreiten; denn diejenigen, die vor euch waren, sind durch Überschreiten der Grenzen im Din ins Verderben gestürzt worden.

Wahrlich, Satan hat die Hoffnung aufgegeben, jemals in diesem euren Lande verehrt zu werden, aber es wird eine Art von Gehorsam ihm gegenüber geben in Dingen, die ihr für gering haltet in euren Werken, und das wird ihn befriedigen, so hütet euch vor ihm in eurer Religion.

Wahrlich, dienet eurem Herrn, verrichtet das Gebet und fastet im Ramadan, zahlt die Zakat für eure Güter mit gutem Willen, und vollzieht die Pilgerfahrt zum Hause Allahs und gehorcht den Herrschenden; so werdet ihr ins Paradies eingehen.

Wer anwesend ist, künde dies dem Abwesenden; denn gar viele, denen es mitgeteilt wird, sind aufmerksamer als die, die zuhören.

Und wenn ihr über mich befragt würdet, was würdet ihr sagen?" Sie antworteten: "Wir bezeugen, dass du die dir anvertraute Aufgabe recht erfüllt hast und die Botschaft mitgeteilt hast und uns guten Rat gegeben hast."

Da sprach der Gesandte Allahs, seinen Zeigefinger gen Himmel hebend, und dann auf die Leute deutend: "0 Allah, bezeuge es, o Allah, bezeuge es!"

Als der Prophet seine Rede beendet hatte, stieg er von seiner Kamelstute Al Kaswa ab und blieb, bis er das Mittags- und Nachmittagsgebet gebetet hatte. Dann ritt er auf ihr, bis er As-Sacharat erreichte. Dort rezitierte er den Leuten die Worte des Erhabenen:

"An diesem Tag habe ICH euch (die Gebote) eures Din vervollständigt, euch Meine Gabe (Rechtleitung) vollendet und euch den Islam als Din zugestimmt." [5: 3]

Als Abu Bakr diese Worte hörte, weinte er, da er spürte, daß der Prophet seine Botschaft bereits zum Abschluß gebracht hatte und der Tag, an dem er seinen Herrn treffen würde, nahe war.

Der Prophet verließ Arafat und verbrachte die Nacht in Al Muzdalifa. Am Morgen brach er auf und lagerte bei Al Maschar Al Haram. Dann ging er nach Mina und warf auf dem Weg dorthin symbolisch Steine gegen den Teufel. Als er sein Zelt erreicht hatte, schlachtete er 63 Kamele, für jedes Jahr seines Lebens eins. Ali schlachtete den Rest der hundert Opfertiere, die der Prophet seit seinem Auszug aus Medina mitgeführt hatte. Dann rasierte der Prophet sein Kopfhaar und brachte seine Wallfahrt zum Abschluß, eine Wallfahrt, die einige die "Abschiedswallfahrt", andere die "Wallfahrt der Übermittlung" und wieder andere die "Wallfahrt des Islam" nennen. In der Tat war sie alles; denn sie war die Abschiedswallfahrt, während der Muhammad Mekka und die heilige Moschee zum letzten Mal gesehen hatte; und sie war die Wallfahrt des Islam, während der Allah den Menschen ihren Din vollendet und SEINE Gnade an sie erfüllt hatte; und sie war die Wallfahrt der Übermittlung, während der der Prophet seine Mitteilung dessen an die Leute zum Abschluß brachte, was Allah ihm zu überbringen befohlen hatte. Und Muhammad war nur ein Warner und Freudenverkünder für Leute, die den Iman verinnerlichen.


(*):{ Die Ehemänner tragen Verantwortung den Ehefrauen gegenüber wegen dem, womit ALLAH die einen vor den anderen ausgezeichnet hat, und wegen dem, was sie von ihrem Vermögen ausgegeben haben. Die gottgefällig guttuenden Frauen sind (ALLAH gegenüber) ergeben und bewahren das vom Verborgenen (zwischen ihnen und ihren Ehemännern), was ALLAH zu bewahren auferlegt hat. Und diejenigen Ehefrauen, deren böswillige trotzige Auflehnung ihr fürchtet, diese sollt ihr (zunächst) ermahnen, dann in den Ehebetten meiden und (erst danach) einen (leichten) Klaps geben (**)! Und sollten sie wieder auf euch hören, dann unternehmt nichts mehr gegen sie! Gewiß, ALLAH bleibt immer allhöchst, allgrößt.} (4:34)

(**)Diese drei empfohlenen Konfliktlösungs-Schritte erfolgen immer zeitlich nacheinander, d. h. man geht erst dann zur nächsten Stufe über, wenn die vorherigen Konflikt-Lösungsversuche erfolglos blieben. Die letzte Stufe (vor der Scheidung) sollte nur dann eingeleitet werden, wenn es unbedingt notwendig ist und wenn Erfolgsaussicht (zur Rettung der Ehe) besteht und wenn die sich zu Unrecht auflehnende Ehefrau von den bis dahin erfolgten Schritten unbeeindruckt blieb.

Literaturverveise:

  • Lexikon der Sîra von Abû-r-Ridâ’ Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul, Islamische Bibliothek;
  • Das Leben des Propheten Muhammad, Prof Dr. M. Hussain Haikal

Quelle: www.islam-verstehen.de
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Das Leben Muhammads

Das Leben des Propheten Muhammad (PDF) - nach Prof Dr. M. Hussain Haikal
Muhammad, Prophet der Barmherzigkeit (PDF) - von Abû-r-Ridâ’ Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul
Auszüge aus Sahih Al-Bukhari (PDF) - von Abû-r-Ridâ’ Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul
Muhammad, der Gesandte ALLAHs (PDF) - von Abdul Rahman Al-Sheha

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Äusserungen über den Propheteten

Hier sind einige Äusserungen über den Propheteten:

  • Wenn die Bedeutung des Zieles, die Kleinheit der Mittel und die überraschenden Ergebnisse die drei Kriterien eines menschlichen Genies sind - wer könnte es wagen, irgend einen großen Mann in der modernen Geschichte mit Muhammad zu vergleichen? Die meisten berühmten Männer schufen Waffen, Gesetze oder Reiche. Sie gründeten, wenn überhaupt, nichts mehr als materielle Macht, die meistens vor ihren Augen zerfiel. Dieser Mann (Muhammad) dagegen erschütterte nicht nur Armeen, Gesetzgebungen, Reiche, Völker und Dynastien, sondern Millionen Menschen in einem Drittel der damals bewohnten Welt; und mehr als das, er erschütterte die Altäre, die Götter, die Religionen, die Vorstellungen, Glauben und Seelen.... Seine Nachsicht nach dem Sieg, sein Streben, das völlig einer Idee gewidmet war und in keiner Weise sich um ein Reich bemühte; seine ständigen Gebete, seine tiefsinnigen Gespräche mit Gott, sein Tod und sein triumphaler Erfolg nach dem Tod, all dies zeugt nicht von einem Schwindler, sondern von einer standhaften inneren Gewissheit, die ihm die Kraft gab, einen Glaubenssatz wiederherzustellen. Dieser Glaubenssatz war zweifach: die Einheit und die Unstofflichkeit Gottes; das erste sagt uns, was Gott ist und das zweite sagt uns, was Gott nicht ist (nichts ist ihm ähnlich); das eine stürzt falsche Götter mit dem Schwert, das andere beginnt eine Idee mit Wörtern. Ein Philosoph, Redner, Vorkämpfer, Gesetzgeber, Krieger, Bezwinger von Idee, Wiederhersteller von rationalen Dogmen und einer Verehrung ohne Bildnisse; der Gründer von zwanzig weltlichen Reichen und einem geistigen Reich: das ist Muhammad. (Dies ist die Art und Weise der Beschreibung von Muhammad (a.s.s) durch solche, die eine irdisch begründete Erklärung für die einmalige Erscheinung in der Geschichte der Menschheit suchen. Wir Muslime aber sind der festen Überzeugung, dass die Persönlichkeit und Leistung Muhammads (a.s.s.) nur dadurch zu begründen ist, dass er der Prophet und Gesandte Gottes ist! A.d.R) Was alle Maßstäbe, mit denen menschliche Größe gemessen werden kann, betrifft, so können wir genauso gut fragen: gibt es einen größeren Menschen als ihn?
    (A. de Lamertine, "Histoire de la Turquie", Paris 1854, Voll.II, S.276-77.)
  • Nicht die Verbreitung seiner Religion, sondern ihre Dauer verdient unsere Bewunderung; derselbe reine und vollendete Eindruck, den er in Mekka und Medina tief einprägte, ist bewahrt worden trotz Umwälzungen in zwölf Jahrhunderten durch indische, afrikanische und türkische Bekehrte des Qur'an... Die Mahometaner (Muslime!) haben einheitlich der Versuchung der Einschränkung des Gegenstandes ihres Glaubens auf dem Niveau der Sinne und Vorstellungen des Menschen widerstanden. 'Ich glaube an Einen Gott und Mahomet ist der Gesandte Gottes' (Ich bezeuge, dass es nichts gibt, was der Anbetung würdig wäre außer dem Einen Einzigen Gott, und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist" A.d.R.), ist das einfache und unveränderliche Glaubensbekenntnis des Islam. Die gedankliche Vorstellung der Gottheit wurde niemals entwürdigt durch irgendein sichtbares Götzenbild; die Ehrungen des Propheten überschritten niemals das Maß der menschlichen Vorzüglichkeit; und seine lebendigen Vorschriften hielten die Dankbarkeit seiner Anhänger innerhalb der Grenzen der Vernunft und der Religion.
    (Edward Gibbon und Simon Ocklay, "History of the Saracen Empire", Londen 1870, S.54.)
  • Er war Kaiser und Papst in einem: aber er war ein Papst ohne Anmaßung, ein Kaiser ohne die Legionen: ohne ein stehendes Heer, ohne Leibwache, ohne einen Palast und ohne ein festes Staatseinkommen; wenn irgendein Mann das Recht zu sagen hätte, dass er von Gottes Gnaden regierte, dann war es Muhammad, weil er die ganze Macht ohne ihre Instrumente und ohne ihre Stütze besaß.
    (Bosworth Smith, "Mohammad and Mohammadanism", London 1874, S.92)
  • Es ist für keinen, der das Leben und die Stellung des berühmten Propheten von Arabien studiert und weiß, wie er lehrte und lebte, möglich, etwas anderes außer Verehrung für jeden großen Propheten, einen der großen Gesandten Gottes zu empfinden. Und obwohl vieles, was ich in Worte fasse, vielen bekannt ist, fühle ich doch selbst immer, wenn ich es lese, einen neuen Weg der Bewunderung, ein neues Gefühl der Verehrung für jeden großen arabischen Lehrer.
    (Annie Besant, "The Life and Teaching of Muhammad", Madras 1932, S.4.)
  • Seine Bereitschaft, für seinen Glauben Verfolgung zu erdulden, der hohe moralische Charakter der Menschen, die an ihn glaubten und auf ihn als ein Leitpfad blickten, und die Größe seines vollendeten Werkes - all dies beweist seine fundamentale Rechtschaffenheit. Die Vermutung, dass er ein Schwindler sei, verursacht mehr Probleme, als sie zu lösen. Darüber hinaus wurde keine der großen Persönlichkeiten der Geschichte so dürftig im Abendland gewürdigt wie Muhammad.
    (W. Montgomery Watt, "Muhammad at Mecca", Oxfort 1953, S.52.)
  • Muhammad, der inspirierte Mann, der den Islam gründete, wurde etwa 570 n. Chr. in einem götzenabetenden arabischen Stamm geboren. Verwaist als Kind, war er stets besonders besorgt um die Armen und Bedürftigen. Mit zwanzig war er schon ein erfolgreicher Geschäftsmann, und bald wurde er Leiter einer Kamelkarawane für eine reiche Witwe. Als er sein fünfundzwanzigstes Lebensjahr erreichte, schlug sie ihm eine Heirat vor, da sie seine Vortrefflichkeit erkannte. Trotz des Altersunterschieds, sie war fünfzehn Jahre älter als er, heiratete er sie und sie blieb, solange sie am Leben war, seine einzige Frau. Wie den größeren Propheten vor ihm, kam ihm nicht (eines Tages) in den Sinn, in Anbetracht seiner Unzulänglichkeit als Vermittler von Gottes Wort zu fungieren. Der Engel befahl aber: "Lies". So weit wir wissen, konnte Muhammad weder lesen noch schreiben, aber er fing an, die inspirierten Wörter, die bald einen großen Teil der Erde umwälzen sollten, zu diktieren: "Es gibt nur einen Gott". Muhammad war in allen Dingen äußerst sachlich. Als sein geliebter Sohn Ibrahim starb, fand eine Sonnenfinsternis statt, und es entstanden schnell Gerüchte über eine Beileidsbezeugung Gottes. Es wurde berichtet, dass Muhammad daraufhin sich folgendermaßen äußerte: 'Die Sonne und der Mond sind wahrlich zwei von den Wunderzeichen Gottes. Ihre Finsternis finden nicht wegen des Todes von irgend jemandem oder seines Lebens statt, wenn ihr so etwas seht, dann gedenkt Gottes!' [Als sein (Muhammads) Tod erkannt wurde und diese Nachricht die Muslime erschütterte, glaubte Umar, einer seiner Gefährten nicht, dass er tot war und hielt die Nachricht für eine Behauptung, die nicht stimme.] Der Mann, der die administrative Führung nach dem Propheten übernehmen sollte (Abu Bakr), macht mit einer der edelsten Reden der religiösen Geschichte diesem Durcheinander ein Ende: "O ihr Menschen " Wenn jemand Muhammad anbetet, Muhammad ist tot! Wenn jemand Allah anbetet, Allah lebt und wird nie sterben!" (in eckigen Klammern sind die historisch-wissenschaftlich gesicherten Zitate wiedergegeben statt der freien und manchmal ungenauen Übersetzungen des Autors)
    (J.A.Michener,"Islam, the Misunderstood Religion", in the Readers's Digest (U.S.-Ausgabe), Mai 1955, S.68-70).
  • Meine Wahl von Muhammad für die Anführung der Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt könnte manche Leser überraschen und andere könnten sie in Frage stellen, aber im höchsten Grade sowohl in der religiösen als auch in der weltlichen Richtung war er erfolgreich.
    (M.H.Hart, "The 100: A. Ranking of the Most Influential Person in History", New York: Hart Publishing Company, Inc. 1978, S.33).

Quelle: World Assembly of Muslim Youth
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