Islamische Studentengemeinschaft an der TU Clausthal

Der Quran


Was ist eigentlich der Quran? Was beinhaltet er? Welche Rolle spielt er für den Islam? Und was macht Muslime so überzeugt von seiner Authentizität? All dies sind Fragen, die eine Rolle spielen müssen, wenn man sein Wissen über die Weltreligion des Islam erweitern und diese tatsächlich verstehen möchte.

Dabei ist sicherlich zu empfehlen, sich auch direkt mit dem Quran zu beschäftigen. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass es sehr sinnvoll ist, über diesen bereits ein Grundlagenwissen zu besitzen, bevor man sich an ihn heranwagen kann. Denn ganz ohne einen Leitfaden über dessen Inhalte, dessen Sprache, dessen Struktur und ganz grundlegend auch die Methodik klassischer Quran- Exegese wird mancher schnell zu allerhand Urteilen über den Quran gelangen, die dem Islam eventuell in keiner Weise mehr entsprechen..


Was ist der Quran

Fachspezifisch – und damit gewissermaßen in der Praxis – wird Quran in den islamischen Wissenschaften definiert als:

  1. Das Wort Allahs (arab.: Kalam-Allah), das
  2. dem Gesandten Muhammad (Friede sei mit ihm)
  3. in arabischer Sprache
  4. über den Engel Gabriel (arab.: Al-Wahy) übermittelt wurde,
  5. dessen Rezitation für Muslime eine gottesdienstliche Handlung (Ibada) darstellt,
  6. das über einen sog. I´djaz-Charakter verfügt
  7. und das uns in unzweifelhafter, gesicherter Überlieferung (Mutawatir) vorliegt.
Fehlt auch nur eine dieser Eigenschaften, so zum Beispiel die arabische Sprache, die der Quran selbst als eine ihm immanente Eigenschaft beschreibt, dann handelt es sich folglich nicht mehr um den Quran.

Während sich die Punkte 1-5 relativ leicht erschließen lassen, sollte der sechste und siebte Aspekt kurz näher erläutert werden:

  • Unter dem Begriff des I´djaz-Charakters ist zu verstehen, dass der Quran unnachahmlich ist und bis heute die sprachliche und inhaltliche Herausforderungbesteht, etwas Ähnliches hervorzubringen. So heißt es dort in ungefährer Übersetzung: „Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir unserem Diener [Muhammad] als Offenbarung herabgesandt haben, so bringt doch eine Sure [Kapitel des Quran] gleicher Art hervor und ruft eure Zeugen außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid.“
  • Bei dem Terminus der im Punkt 7 erwähnten Mutawatir-Überlieferungen handelt es sich um solche Überlieferungen, die sich gemäß der Methodik der islamischen Wissenschaften dadurch auszeichnen, dass jeder Vers des Quran einzeln für sich durch eine große Anzahl von Tradenten (>70), und zwar in jeder Tradentengeneration seit dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) (gest. 632) und unter Ausschluss des Absprechens dieser Tradenten untereinander, oder der Falschaussage eines dieser Tradenten, zu uns gelangt sein muss.

Quelle: Samir Suleiman: Was ist der Qur`an?
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Wie authentisch ist der Quran?

Die Frage nach der Authentizität des Qur`an umfasst zwei Dimensionen:

  • Zum einen geht es hier um die Frage, ob sein uns heute vorliegender Text mit demjenigen aus dem 7. Jh. identisch ist.
  • Zum anderen umfasst sie die Dimension der göttlichen Authentizität, also die Frage, ob der Qur`an tatsächlich göttlichen Ursprungs ist oder nicht.
Was die erste Frage betrifft, muss man sich verdeutlichen wie der Qur`an gesammelt bzw. welche Stationen seines Aufzeichnens und Festhaltens (arab. Djam´u-l-Qur`an) dieser erfuhr. Aus den islamischen Qur`an-Wissenschaften sowie aus der Geschichtswissenschaft geht folgendes hervor:
  • Bereits zu Lebzeiten des Propheten Muhammad wurde der Qur`an, der in einem Zeitraum von 23 Jahren sukzessive herabgesandt wurde, von hunderten seiner Gefährten (Sahaba) auswendig gelernt. Da die arabische Kultur insbesondere zur damaligen Zeit, aber auch bis heute eine ausgesprochene Wortkultur (und keine Schriftkultur) war und geblieben ist, ist dies übrigens nicht besonders erstaunlich.
  • Zusätzlich wurde der Qur`an zu Lebzeiten des Propheten – der ja selbst des Schreibens unkundig war – von speziell von ihm dazu beauftragten Sekretären (den sog. „Schreibern der Botschaft“ / arab. „Kuttabu-l-Wahy“) und zwar unter seiner persönlichen Aufsicht auf verschiedenen Materialien (z.B. Leder, Papyrus, Knochen, usw.) mindestens einmal – wenn auch lose, also nicht in Buchform gebündelt, und somit ohne Anordnung der Kapitel sondern lediglich unter Anordnung der Verse (arab. Ayat) – schriftlich festgehalten. Zu diesen Schreibern des Propheten gehörten bekanntermaßen die vier späteren Khalife des Islam (Abu Bakr, Ummar, Uthman, Ali) sowie z.B. auch Gefährten wie Zaid Ibnu Thabit, ´Ubai Bnu Ka´b und Thabit Ibnu Qais. All diese Schreiber lernten zugleich unter Aufsicht des Propheten den Qur`an auswendig.
  • Sowohl das Memorieren des Qur`ans als auch dessen schriftliche Fixierung erfolgte in sieben verschiedenen Mundarten bzw. Stammesdialekten, den so genannten sieben Ahruf7, in denen Muhammad der Qur`an offenbart worden war.
  • Nach dem Tode des Propheten (632) erkannte man alsbald die Dringlichkeit den Qur`an als geordnetes Buch zu fixieren, um ihn so für kommende Generationen auch nach dem Tode solcher zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Memoratoren (arab. Huffadhu-l-Qur`an), die den Propheten persönlich begleitet hatten, sicher zu bewahren. Aus diesem Grunde beauftragte der erste Khalif (632-634) und ehemalige Schreiber des Propheten Abu Bakr as-Siddiq den bereits genannten Zaid Ibnu Thabit mit der Zusammenstellung des Qur`an in Buchform (arab. Mushaf). Der unter seiner Aufsicht erstellte Mushaf wurde in Zusammenarbeit mit den anderen ehemaligen Schreibern und anderen Memoratoren unter anderem nach folgenden Kriterien zusammengestellt:
    1. Aus den schriftlichen Aufzeichnungen wurden nur solche Verse akzeptiert, die unter der direkten Aufsicht des Propheten niedergeschrieben worden waren.
    2. Von den Versen des auswendig gelernten Qur`an wurden nur solche akzeptiert, die direkt vom Propheten gelernt worden waren.
    3. Für beide dieser Aspekte mussten jeweils zwei Zeugen den direkten Bezug zum Propheten bestätigen können.
    Daraus entstand im Jahre 633, also nur ein Jahr nach dem Tode des Propheten der sog. Mushaf Abu Bakr und somit der erste Qur`an in geordneter Buchform. Auch dieser war in den übereinander niedergeschriebenen sieben Mundarten (Stammesdialekten) abgefasst worden. Diese Qur`an-Ausgabe wurde bei den Khalifen Abu Bakr (632-634) und dann bei Ummar (634-644) verwahrt.
  • Unter der Regierungszeit des dritten Khalifen Uthman (644-656) kam es zu folgenden Ereignissen: Die aus Medina entsandten Qur`an-Lehrer, die in die verschiedenen Provinzen des zu diesem Zeitpunkt bereits von Nordafrika bis an den Indus reichenden islamischen Herrschaftsgebietes den Qur`an lehrten, verwendeten dabei die unterschiedlichen festgehaltenen Mundraten, was wiederum mit einer unterschiedlichen Lesweise desselben Textes in verschiedenen Regionen verbunden war. Trotz des Umstandes, dass all diese Mundarten als authentisch vom Propheten überliefert gelten, kam es insbesondere unter nichtarabischen Muslimen gehäuft zu Streitereien über „die bessere Mundart“ bei der Qur`an-Rezitation.
    Aus diesem Grunde sah sich der Khalif Uthman, der selbst einer der erwähnten ehemaligen Sekretäre des Propheten und damit auch Memorator des Qur`an gewesen war, dazu veranlasst auf der Grundlage der im Jahre 633 von Abu Bakr zusammengestellten Buchausgabe des Qur`an eine neue Auflage herauszubringen, die nur noch eine der sieben Dialekte beinhalten sollte.
    Dem Gremium, das auf der Basis der Buchausgabe Abu Bakrs insgesamt fünf Kopien des Qur`an in nur noch einer Mundart (dem Dialekt des Stammes Quraisch und somit dem Hocharabischen) erstellte, gehörten unter anderem Personen wie dem sowohl in der Redaktion des Propheten als auch des ersten Khalifen tätig gewesenen Zaid Ibnu Thabit sowie z.B. auch andere Prophetengefährten und Memoratoren wie ´Abdullah Ibn Zubair, Sa´id Ibnu-l-´Aas, ´Ali Ibn Abi Talib und ´Abdu-r-Rahman Ibnu-l-Harith an. Daraus entstand der so genannte Mushaf Uthman, der der heutigen Qur`an-Ausgabe in nur noch einer Mundart - dem Hocharabischen - entspricht.
    Von den erwähnten fünf Kopien wurden jeweils ein Exemplar in die Städte Basra, Kufa, Damaskus und Mekka entsandt, eine wurde in Medina durch den Khalifen Uthman verwahrt. Alle anderen Abschriften wurden vernichtet und fortan wurde der Qur`an im gesamten islamischen Reich nur noch nach einer Mundart gelehrt.
    Der unter dem Khalifen Abu Bakr zusammengestellte Buch-Qur`an, der als Kopiervorlage für den Mushaf Uthman gedient hatte, wurde übrigens bei der Frau des Propheten Hafsa weiterhin aufbewahrt. Erst nach ihrem Tode wurde er unter dem vierten Khalifen der Ummayadendynastie Marwan Ibnu-l-Hakam (684-685) zur endgültigen Vermeidung weiterer Unstimmigkeiten (arab. Fitna) über die „beste Mundart“ vernichtet.
    Mit Blick also auf die rein materielle Authentizität des Qur`an herrscht vor diesem Hintergrund in der islamischen Wissenschaft aber inen hohem Maße auch unter den Vertretern der westlichen Orientwissenschaft, die sich insbesondere auf die Qur´an- Ausgabe Uthmans konzentriert hat - zumal, wie aus der obigen Darstellung hervorgeht, dem Historiker keine früheren schriftlich Ausgaben des Qur`an zugänglich sind – weitestgehende Einigkeit.
    So schreibt zum Beispiel auch der angesehene Tübinger Islamwissenschaftler Prof. Dr. Heinz Halm in einem seiner Werke zum Qur`an, wie er in seiner endgültigen Fassung zur Zeit des Weggefährten des Propheten (Friede sei mit ihm) und späteren Khalifen ´Uthman (644-656) abschließend in Buchform in der Mundart des Hocharabischen geordnet wurde im Jahre 2004:
    „Diese Überlieferung wird auch von der modernen kritischen Wissenschaft durchweg akzeptiert; vereinzelt geäußerte Zweifel an der Authentizität des Korans haben sich nicht durchgesetzt.“
    So weisen also namhafte, selbst nicht-muslimische Wissenschaftler, so zum Beispiel neben Halm auch Rudi Paret darauf hin, dass der Qur`an uns in seiner originalen Form erhalten geblieben ist, ein Umstand, der wohl auch damit zu tun hat, dass er im Vergleich zu anderen göttlichen Schriften erst vor relativ kurzer Zeit herabgesandt worden ist.
    Ein anderer Grund besteht sicherlich darin, dass der Qur`an bereits zu Lebzeiten des Propheten in mündlicher, aber auch in schriftlicher Form gesammelt und fixiert wurde.
    Überdies ist hier festzuhalten, dass das seit den Anfängen des Islam bis zum heutigen Tage unter Muslimen geradezu massenhaft verbreitete Auswendiglernen des Qur`an und der Umstand, dass dessen häufige Rezitation als Gottesdienst (arab.: ´Ibada) aufgefasst wird, einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu dessen Erhaltung leisteten.
    Auch kommt sicherlich hinzu, dass der Qur`an nicht durch Übersetzungen verfälscht werden konnte, zumal er – wie bereits dargestellt wurde – nur im arabischen Original als solcher zu bezeichnen ist. Die vielen – übrigens in ihrer Qualität oft sehr unterschiedlichen – Übersetzungen stellen somit lediglich Erläuterungen (arab. Tafasir, Pl. von Tafsir) dar, die Nichtarabern (die derzeit übrigens etwa 82% der insgesamt rund 1,3 Mrd. Muslime ausmachen) zum Verstehen des Originals dienten und bis heute dienen, sie sind jedoch kein Qur`an und zum Beispiel zur Verrichtung gottesdienstlicher Handlungen, wie des rituellen Gebets, unbrauchbar.

Was nun die zweite Dimension – also die göttliche Dimension der Authentizität – betrifft, herrscht, wie nicht anders zu erwarten, Uneinigkeit zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Im folgenden werden einige der grundlegendsten Aspekte dargestellt, weshalb Muslime den Qur`an unzweifelhaft als das „Wort Gottes“ betrachten.

Quelle: Samir Suleiman: Was ist der Qur`an?
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I´djaz-Charakter des Qur`an

Einer der Hauptgründe, weshalb der Qur`an von Muslimen als göttlich angesehen wird, besteht in der Integrität, Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit der Person Muhammads (Friede sei mit ihm).
Der Qur`an verfügt jedoch unabhängig von der Person des Propheten, als eine seiner wichtigsten Eigenschaften, über den bereits in der obigen Definition erwähnten, so genannten I´djaz-Charakter – einer Art „Wundercharakter“ sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht. In dessen Rahmen fordert er den Menschen sogar dazu auf, etwas Ähnliches zu verfassen, wenn er denn dazu in der Lage ist. So heißt es dort: „Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir unserem Diener als Offenbarung herabgesandt haben, so bringt doch eine Sure gleicher Art hervor und ruft eure Zeugen außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid.“(2-32)

Um den sprachlichen I´djaz-Charakter des Qur`an und die damit zusammenhängende Wortgewalt, die Schönheit, die stilistische und grammatikalische Makellosigkeit sowie die unübertreffbare Angemessenheit im Ausdruck der qur`anischen Worte (arab. Balagha) zu begreifen, muss man des Arabischen mächtig sein – das liegt auf der Hand. So sahen sich selbst die größten Dichter in der Zeit des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) bei den damals oft ausgetragenen Dichtwettbewerben auf der arabischen Halbinsel dazu gezwungen, ihre Unfähigkeit gegenüber der sprachlichen Vollkommenheit des Qur`an einzugestehen. Und auch danach und bis zum heutigen Tage verneigten sich immer wieder große Denker und Dichter vor der überwältigenden Sprache des Qur`an, und zwar selbst solche, die sich als Nichtaraber mit ihm auseinandergesetzt hatten.

So schrieb z.B. sogar Johann Wolfgang von Goethe nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Qur`an geradezu verzückt von dessen Schönheit, er beabsichtige „ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht [zu] feiern, wo der Koran (…) dem Propheten von obenher gebracht ward.“(Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan, WA I, 7, 153.) In einer seiner Veröffentlichungen im Jahre 1816 bemerkte er vor dem Hintergrund einer starken Affinität zum Islam: „Der Dichter (Goethe) ... lehnt den Verdacht nicht ab, daß er selbst ein Muselmann sei.“(WA I, 41, 86.) Weiter kann man in Goethes Handschriften über den Qur`an z.B. nachlesen: Es „darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern. Weshalb es denn auch von den echten Verehrern für unerschaffen und mit Gott gleich ewig erklärt wurde.“ (…) „so wird doch dieses Buch für ewige Zeiten höchst wirksam verbleiben.“(WA I, 7, 35/36.)

Der sprachliche I´djaz-Charakter des Qur`an kann in einer solchen Einführung zwangsläufig nur umschrieben werden. Insbesondere die starke, auch emotionale Wirkung der qur`anischen Sprachästhetik auf dessen Leser ist hier völlig unbeschreibbar.

Was den zweiten, also den inhaltlichen I´djaz-Charakter des Qur`an angeht, so besteht dieser zunächst einmal in seiner seit nunmehr über rund 1400 Jahre fortwährenden und somit zeitlosen Schlüssigkeit bzw. Widerspruchslosigkeit(*) sowie in seiner Kompatibilität mit der menschlichen Logik und Vernunft.
Zwar ist der Qur`an sicherlich weder ein Geschichts- noch ein Wissenschaftsbuch und sollte auch nicht als ein solches missinterpretiert werden, allerdings können in ihm zweifelsohne eine Vielzahl historischer und wissenschaftlicher Hinweise und Beschreibungen gefunden werden, die seine Authentizität aus muslimischer Perspektive zusätzlich untermauern. Alle wissenschaftlichen Aussagen des Qur`an hier im Detail darzustellen würde jedoch den Rahmen dieser Abhandlung bei weitem sprengen und erscheint insofern auch unnötig, da der Qur`an sich selbst in erster Linie als eine „Rechtleitung (arab.: Huda) für die Menschen“ versteht, und es sicherlich nicht sein primäres Ziel ist, auf wissenschaftliche Gegebenheiten hinzuweisen.

Aus der Vielzahl möglicher Beispiele, die Muslime als inhaltliche Belege für die göttliche Quelle des Qur`an anführen, soll deshalb lediglich ein besonders einfaches herausgegriffen und in folgendem dargestellt werden – nämlich die qur`anische Beschreibung von Bergen als Pflöcke, und überdies der Hinweis, dass Gebirge etwas mit der Stabilisierung der Erde zu tun haben. So heisst es im Qur`an in ungefährer Übersetzung: „(…) Und haben Wir die Berge nicht zu Pflöcken gemacht?“(78-6) Und an anderer Stelle: „Und Er hat feste Gebirge in der Erde begründet, damit sie nicht mit euch wanke...“(16-15) Tatsächlich wird Bergen in den heutigen Geowissenschaften eine „pflockartige“ Struktur zugeschrieben, da sie nach unten hin weit tiefer im Erdmantel verwurzelt sind als deren herausragenden und deshalb für uns sichtbaren Bereiche – ein Umstand, der erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den britischen Forscher George Airy entdeckt wurde.
Die Bergwurzeln wiederum führen im Rahmen des in der Geologie beschriebenen Prinzips der so genannten Isostasie zu einer Art Gleichgewichtszustand, bei der ihnen auch im Rahmen der Plattentektonik, wie sie erst seit den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts näher erforscht wurde, eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der Erdkruste zukommt.(**)
Mit diesem kleinen Beispiel ist selbstverständlich nur ein Bruchteil der vorhandenen inhaltlichen I´djaz-Aspekte des Qur`an abgedeckt. Andere Beispiele sind etwa die genaue Beschreibung der Embryonalentwicklung im Mutterleib oder etwa auch die Benennung des geographisch tiefstgelegenen Ortes der Erde am Toten Meer (23-12; 30-1) – alles Dinge, die den Menschen zur Zeit des Propheten Muhammad mit Sicherheit unbekannt gewesen sein müssen. Dies wiederum unterstreicht zusätzlich zur genannten sprachlichen Dimension des I´djaz-Charakters – zumindest aus muslimischer Perspektive – somit auch hinsichtlich seines Inhalts eindeutig die metaphysische Authentizität des Qur`an.


(*)Bei einer sehr oberflächlichen Lektüre – ohne Kenntnisse der arabischen Grammatik und der Wissenschaft der Qur`an-Exegese insb. des Nasikh und Mansukh und des damit verbundenen Aspekts, dass manche Verse zeitlich vorher offenbarte Verse aufheben/abrogieren können – werden von Laien oft einige „Widersprüche erkannt“ und von manchem „Qur`an-Kritiker“ als „wissenschaftliche Erkenntnis“ vorgebracht. Aus wissenschaftlicher Perspektive als besonders suspekt ist dies zu bewerten, wenn dies gar auf der Grundlage irgend einer „Übersetzung“ geschieht.
(**)Vgl. dazu etwa moderne Standardwerke der Geologie, so z.B.: Press, Frank/Siever, Raymond: Allgemeine Geologie. Einführung in das System Erde, 3. Aufl., Heidelberg/Berlin 2003, insb. Kap. 19, S. 505 ff.

Quelle: Samir Suleiman: Was ist der Qur`an?
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Einwände gegen die göttliche Authentizität des Quran

Von Nicht-Muslimen, die für die außergewöhnliche Sprache und die rational und wissenschaftlich schlüssigen Inhalte des Qur`an eine andere Erklärung suchen, als dass er göttlichen Ursprungs ist, werden oft folgende Thesen angeführt:
These 1: Der Qur`an ist eine Erfindung Muhammads, der eben ein Genie gewesen sein muss. Er hat den Qur`an aus meditativen und kontemplativen Übungen heraus entwickelt. Oder auch:
These 2: Muhammad verfasste den Qur`an mit Hilfe anderer Menschen (z.B. mit Theologen oder Gelehrten seiner Zeit).

Dagegen wird wiederum aus muslimischer Perspektive unter anderem argumentiert:

  1. Der sprachliche „Wundercharakter“ des Qur`an kann weder durch Meditation noch durch „menschliche Hilfeleistungen“ erklärt werden.
  2. Der Qur`an beinhaltet – ganz abgesehen von seiner Sprache – in weiten Teilen historische Ereignisse vergangener Generationen und Völker, die sicherlich nicht durch Nachdenken oder Meditation erkannt worden sein können.
  3. Der Qur`an geht – wie oben zumindest angedeutet wurde – zum Teil sehr präzise auf wissenschaftliche Gegebenheiten ein. So beschreibt er ozeanologische, geologische, astronomische, kosmologische, anatomische und andere Phänomene. Oft handelt es sich dabei um Erkenntnisse, die erst in der Neuzeit und mitunter auch erst vor einigen Jahrzehnten entdeckt wurden. Durch Meditation oder Nachdenken können derartige Erkenntnisse sicherlich nicht erlangt werden. Noch dazu war der Analphabet Muhammad (Friede sei mit ihm) weder Wissenschaftler noch Philosoph. Er arbeitete in seiner Kindheit nahezu ausschließlich als Hirte und später als Händler. Auch lebte er nicht in einer der Weltmetropolen der damaligen Zeit, in der er derartige Themen mit Gelehrten diskutieren oder die Büchereien Athens oder Roms studieren hätte können, sondern in einer abgelegenen sowie gesellschaftlich und intellektuell eher primitiven Wüstenregion, ganz abgesehen davon, dass auch diese Bibliotheken seinerzeit nicht das im Qur`an erwähnte Wissen zutage gebracht hätten.
  4. Wäre der Prophet (Friede sei mit ihm) der „Erfinder“ des Qur`an gewesen, so stellt sich die Frage, weshalb er darauf bedacht war, zwischen seinen eigenen Aussagen – den sog. Hadithen – und dem Qur`an in der uns bekannten Sorgfalt zu trennen. Auch stellt sich die Frage, weshalb sich die Sprache der Prophetenaussagen derart von der Sprache des Qur`an unterscheidet.
  5. Zwar kam der Gesandte (Friede sei mit ihm) mit Andersgläubigen in Kontakt, so etwa einmal als 12-Jähriger auf einer Handelsreise in Busra mit dem christlichen Mönch Bahira. Überdies kannte er den Christen Waraqa Ibnu Naufal, der allerdings lange verstorben war, bevor die Offenbarung des Qur`an vollendet wurde. All diese Kontakte waren jedoch von sehr kurzer Dauer und überdies hätten auch andere Personen seiner Zeit ihm Sprache und Inhalt des Qur`an nie vermitteln können.
  6. Die Menschen seiner Zeit hätten überdies doch solche Treffen und mutmaßlichen menschlichen Quellen als Argumente gegen die göttliche Authentizität des Qur`an anführen können. Dies ist jedoch nicht geschehen. Auch nahm im Laufe seines Prophetentums alsbald niemand mehr an, dass der Analphabet Muhammad (Friede sei mit ihm) das sprachliche Wunderwerk des Qur`an selbst verfassen könnte. Vielmehr wurde ihm von Seiten seiner Gegner zum Vorwurf gemacht, mit irgendwelchen Geistwesen zusammen zu arbeiten bzw. von diesen besessen zu sein oder aber spezielle Zauberkräfte (arab. Sihr) zu besitzen.
  7. Auch hätten derart charakterstarke Persönlichkeiten wie z.B. Abu Bakr, Ummar oder Ali Ibn Abi Talib einen solchen „Schwindel“ Muhammads (Friede sei mit ihm) doch leicht aufdecken können. Im Gegensatz dazu traten sie offensichtlich ohne den geringsten weltlichen Nutzen zum Islam über und begaben sich damit insbesondere in der Anfangsphase des Islam sogar in große Gefahr.
  8. Auch die Art und Weise sowie die zeitliche Abfolge der sukzessiven Herabsendung des Qur`an widerspricht der These, Muhammad habe diesen selbst verfasst: Denn dieser sah sich durch das Ausbleiben qur`anischer Sendungen manchmal ernsthaften Konfliktsituationen ausgesetzt. So etwa in bekannten Fällen, in denen sein Umfeld ihn unter massiven Druck setzte, da von ihm eine qur`anische Antwort auf eine Frage bzw. zur Lösung eines Problems erwartet wurde, er jedoch bis zur entsprechenden – teilweise über Monate auf sich warten lassenden – Sendung nichts dazu sagen konnte. Wäre er selbst der Urheber des Qur`an gewesen, hätte er solche Situationen doch leicht vermeiden können.
  9. Bis zum heutigen Tage besteht die Herausforderung des Qur`an an alle Menschen – ob nun mit oder ohne fremde Hilfe – Gleiches oder Ähnliches hinsichtlich der Sprache und des Inhaltes hervorzubringen. Wenn der Qur`an das Werk eines oder mehrerer Menschen ist, dann müsste es doch möglich sein, diese Herausforderung anzunehmen und zu erfüllen. Es ist bekannt, dass seit dem Tode des Propheten im Jahre 632 verschiedene Personen diese Herausforderung annahmen, dann aber nach kurzer Zeit und ohne Erfolg wieder aufgaben. Mit Blick auf den somit nach wie vor fortbestehenden I´djaz-Charakter des Qur`an heißt es in Suratu-l-Isra`: „Wenn sich auch die Menschen und die Djinn vereinigten, um ein diesem Qur`an Gleiches hervorzubringen, brächten sie doch nichts Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden.“(17-88)

Quelle: Samir Suleiman: Was ist der Qur`an?
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Wesentliche Inhalte des Quran im Überblick

  1. Tauhid und andere ´Aqida-Inhalte
    Die sechs „Glaubens-“ oder ´Aqida-Inhalte des Islam bilden sicherlich zugleich eine der Kernaussagen des Qur`an. Insbesondere der Tauhid, also das Bezeugen der Einheit und Einzigkeit Allahs, kann durchaus als die wohl wesentlichste Essenz des Qur`an überhaupt bezeichnet werden.
    Aufgrund ihrer Wichtigkeit werden die ´Aqida-Inhalte des Islam und damit auch des Qur`an in folgendem (nochmals) systematisch aufgezeigt:
    Die Existenz Allahs
    Eine der Hauptaussagen des Qur`an besteht in der Existenz Gottes, der im Arabischen den Eigennamen Allah besitzt und Sich unter anderem durch Seine Einzigartigkeit und Einzigkeit auszeichnet. Er ist der Schöpfer und Besitzer des Alls. Das Anerkennen bzw. das Verinnerlichen dieses qur`anischen Inhalts wird im Arabischen Tauhid genannt. Aus dem Tauhid ergeben sich für Muslime unter anderem wiederum:
    • Die Anerkennung der uneingeschränkten und alleinigen Herrschaft Allahs.
    • Die Anerkennung Allahs als den einzig Anbetungswürdigen.
    • Die Anerkennung Allahs als den einzig wirklich Handelnden.
    • Die Verpflichtung zu Gehorsam und Liebe gegenüber Allah (t).
    • Die Verpflichtung, nur auf Allah zu vertrauen, nur Ihn um Hilfe zu bitten und sich einzig und allein Ihm zu ergeben.
    • Der bewusste Gottesbezug jedes (guten) Handelns.
    Eine schier endlose Zahl qur`anischer Verse weist auf den Tauhid hin. So heisst es beispielsweise in Suratu-l-Ikhlas (112) in ungefährer Übersetzung: Im Namen Allahs, des Sich Erbarmenden, des Barmherzigen Sprich: „Er ist Allah, der Einzige, (1) Allah, der Ewigwährende. (2) Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden. (3) Und es gibt niemanden, der Ihm gleicht. (4)“
    Die Engel
    Dadurch, dass die Existenz der Engel (arab.: Mala`ika) im Qur`an erwähnt wird, ist es den Muslimen eine Pflicht, diese zu bezeugen. Beispiele für solche aus Licht erschaffenen Wesen sind Djibril (Gabriel), Mika`il (Michael) oder auch Israfil. Engel haben dem Qur`an zufolge jeweils unterschiedliche Aufgaben in der Schöpfung zu erfüllen und agieren in absolutem Gehorsam und in uneingeschränktem Dienst gegenüber Allah. Z.B. war es Djibril, der von Allah mit der Übermittlung des Qur`an an den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) beauftragt wurde. Neben den Engeln existieren überdies die aus Feuer erschaffenen Djinn, die gleich den Menschen auf der Grundlage ihrer Willensfreiheit entweder Muslime oder Nicht- Muslime sein können.
    Die Gesandten
    Das Anerkennen aller Gesandten und Propheten Allahs – seit Adam (Friede sei mit ihm) – ist ein weiterer essentieller Bestandteil des Islam. Als deren letzter Gesandte und Prophet25 gilt den Muslimen Muhammad (Friede sei mit ihm). Alle Gesandten kamen von ein und demselben Gott. Sie wurden den Menschen je nach ihrem geistigen und kulturellen Entwicklungstand und somit in zeitlichen Abständen geschickt, um jeweils in der für sie verständlichen Art und Weise auf die göttliche Botschaft aufmerksam zu machen und sie zur Unterwerfung gegenüber Allah aufzufordern. Im Qur`an werden insgesamt 25 Propheten und Gesandte namentlich genannt, darunter Adam, Noah, Abraham, Jonas, Moses, Salomo, Jesus und Muhammad.
    Die geoffenbarten Schriften
    Dementsprechend erkennt der Islam u.a. auch die geoffenbarten Schriften des Judentums und des Christentums als göttlichen Ursprungs an. Allerdings geht er davon aus, dass diese – anders als der Qur`an – im Laufe der Zeit von Menschenhand abgeändert oder z.B. auch durch die Schaffung klerikalinstitutioneller Strukturen ihrem eigentlich göttlichen Ursprung entfremdet wurden.
    Der Tag des Jüngsten Gerichts
    Der Jüngste Tag (arab.: Yaumu-l-Qiyama), der im Qur`an an vielen Stellen erwähnt wird und an dem die Menschen, nachdem sie vom Tode wiedererweckt und dann versammelt worden sind, von Allah für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen werden, stellt einen weiteren wichtigen Bestandteil des Islam und deshalb auch essentiellen Inhalt des Qur`an dar.
    Das Vorwissen Allahs und die Vorherbestimmung
    Schließlich bezeugen Muslime, dass Allah über das absolute Vorwissen hinsichtlich aller Aspekte Seiner Schöpfung verfügt. Eines der Missverständnisse über den Islam besteht darin, ihm deshalb einen Fatalismus zu unterstellen. Dazu ist zu sagen, dass nur einige Bereiche von Gott tatsächlich vorherbestimmt sind (so z.B. der Geburtsort oder die Eltern eines Menschen), diejenigen Aspekte jedoch, die in den Bereich menschlicher Willensfreiheit fallen, sind (lediglich) „vorhergewusst.“ Die Willensfreiheit der Menschen ist auch eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass sie von Allah überhaupt für ihr Handeln verantwortlich gemacht und sie dafür entweder belohnt oder bestraft werden können – bzw. ihnen im Falle ihrer Reue vergeben werden kann.
    Das Bezeugen der Vorherbestimmung ist die direkte Folge aus dem Bezeugen der verschiedenen und sich zur Vollkommenheit ergänzenden Attribute Allahs. Die muslimische Gewissheit über die Vorherbestimmung (arab.: Al-Qada wa-l-Qadar) resultiert dabei insbesondere aus der Verinnerlichung der Attribute des Willens, der Allmacht und des Allwissens Allahs. So heisst es im Qur`an in Surat Hud in ungefährer Übersetzung: „Und Allah gehört das Verborgene der Himmel und der Erde und Ihm unterliegen alle Angelegenheiten. So diene Ihm und übe dich in Gottvertrauen Ihm gegenüber. Dein Herr ist gewiss nicht achtlos dem gegenüber, was ihr tut.“(11-123)
  2. Gleichnisse und Prophetengeschichten
    Neben den genannten ´Aqida-Inhalten des Islam finden sich im Qur`an auch viele Gleichnisse und Prophetengeschichten. Diese haben oftmals erzieherischen Charakter für die Menschen und machen sie immer wieder auf den eigentlichen Sinn ihrer Existenz, nämlich die Dienerschaft und Hingabe gegenüber Allah aufmerksam.
  3. Beschreibungen der Schöpfung
    Zu Beschreibungen der Schöpfung gehören verschiedene qur`anische Aussagen zu allen nur denkbaren Schöpfungsbereichen, so etwa – wie bereits oben erwähnt wurde – zu kosmologischen, physikalischen, geologischen, chemischen, ozeanologischen oder zum Beispiel auch anatomischen Phänomenen.
  4. Schari´a- oder normgebende Verse
    Überdies existieren im Qur`an so genannte normgebende Verse, die neben der Sunna des Propheten Muhammad eine der Hauptquellen der islamischen Schari´a bilden. Hier handelt es sich also um solche Verse, die Gebote, Verbote und andere Regeln für das menschliche Leben und die gottesdienstlichen Handlungen beinhalten. Dass diese jedoch lediglich ca. 8% aller qur`anischen Verse ausmachen, sie zudem nur selten den Charakter von tatsächlichen Rechtsnormen besitzen und der Qur`an deshalb zu Unrecht als ein „Gesetzbuch“ bezeichnet wird, ist manchen unbekannt. Die überwältigende Mehrheit der Suren und Verse des Qur`an beschäftigt sich mit den oben erwähnten Aspekten, allem voran mit dem Tauhid. Die wenigen Verse mit normgebendem Charakter (arab.: Ayat muh`kamat) beinhalten zum Beispiel die Pflicht zum rituellen Gebet, zur Zahlung der Zakat oder zur Durchführung der Hajj. Auch beinhalten sie die Pflicht zum rituellen Fasten im Monat Ramadhan, zudem bestimmte Speisevorschriften oder zum Beispiel Regelungen hinsichtlich des Erbrechts.

Quelle: Samir Suleiman: Was ist der Qur`an?
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Die ungefähre Bedeutung in deutscher Sprache

At-Tafsir (PDF) - Eine philologisch, islamologisch fundierte Erläuterung des Quran-Textes in deutscher Sprache, von Amir Zaidan
Die Bedeutung des Qurans in deutscher Sprache (PDF) - von 'Abdullah as-Samit Frank Bubenheim und Dr. Nadeem Elyas
Der Quran (Arabische Schrift) (56MByte) (PDF)

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Quran anhören

NR Surah (Kapitel) Ayah (Verse) Anhören (Real Audio)
1 Al-Fatiha 7
2 Al-Baqara 268
3 Al-'Imran 200
4 An-Nisa 176
5 Al-Ma'ida 120
6 Al-An'am 165
7 Al-A'raf 206
8 Al-Anfal 75
9 At-Tauba 129
10 Yunus 109
11 Hud 123
12 Yusuf 111
13 Ar-Ra'd 43
14 Ibrahim 52
15 Al-Higr 99
16 An-Nahl 128
17  Al-Isra' 111
18 Al-Kahf 110
19 Maryam 98
20 Ta Ha 135
21 Al-Ambiya' 112
22 Al-Hagg 78
23 Al-Mu'minun 118
24 An-Nur 64
25 Al-Furqan 77
26 As-Su'ara 227
27 An-Naml 93
28 Al-Qasas 88
29 Al-'Ankabut 69
30 Ar-Rum 60
31 Luqman 34
32 As-Sagda 30
33 Al-Ahzab 73
34 Saba' 54
35 Fatir 45
36 Ya Sin 83
37 As-Saffat 182
38 Sad 88
39 Az-Zumar 75
40 Gafir 85
41 Fussilat 54
42 As-Sura 53
43 Az-Zuchruf 89
44 Ad-Duhan 59
45 Al-Gatiya 37
46 Al-Ahqaf 35
47 Muhammad 38
48 Al-Fath 29
49 Al-Hugurat 18
50 Qaf 45
51 Ad-Dariyat 60
52 At-Tur 49
53 An-Nagm 62
54 Al-Qamar 55
55 Al-Rahman 78
56 Al-Waqi'a 96
57 Al-Hadid 29
58 Al-Mugadala 22
59 Al-Hasr 24
60 Al-Mumtahana 13
61 As-Saff 14
62 Al-Gumu'a 11
63 Al-Munafiqun 11
64 At-Tagabun 18
65 Al-Talaq 12
66 At-Tahrim 12
67 Al-Mulk 30
68 Al-Qalam 52
69 Al-Haqqa 52
70 Al-Ma'arig 44
71 Nuh 28
72 Al-Ginn 28
73 Al-Muzzammil 20
74 Al-Muddatir 56
75 Al-Qiyama 40
76 Al-Insan 31
77 Al-Mursalat 50
78 An-Naba' 40
79 An-Nazi'at 46
80 'Abasa 42
81 At-Takwir 29
82 Al-Infitar 19
83 Al-Muttaffif 36
84 Al-Insiqaq 25
85 Al-Burug 22
86 At-Tariq 17
87 Al-A'la 19
88 Al-Gasiya 26
89 Al-Fagr 30
90 Al-Balad 20
91 As-Sams 15
92 Al-Lail 21
93 Ad-Duha 11
94 As-Sarth 8
95 At-Tin 8
96 Al-'Alaq 19
97 Al-Qadr 5
98 Al-Baiyina 8
99 Az-Zalzala 8
100 Al-'Adiyat 11
101 Al-Quari'a 11
102 Al-Takatur 8
103 Al-'Asr 3
104 Al-Humaza 9
105 Al-Fil 5
106 Qurais 4
107 Al-Ma'un 7
108 Al-Kautar 3
109 Al-Kafirun 6
110 Al-Nasr 3
111 Al-MAsad 5
112 Al-Ihlas 4
113 Al-Falaq 5
114 An-Nas 6

Quelle: www.al-islam.com/ger/
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Äusserungen über den Quran

Wir liefern an dieser Stelle Meinungen von bedeutenden Gelehrten über den Qur`an, ohne mit allen ihrer Äußerungen einverstanden zu sein. Der Leser kann leicht erkennen, wie die Welt in unserer Zeit hinsichtlich des Qur`an der Realität näher kommt. Wir appellieren an alle aufgeschlossene Gelehrten, den Qur`an im Lichte der obengenannten Punkte zu studieren. Wir sind sicher, daß solche Versuche den Leser davon überzeugen werden, daß der Qur`an niemals von irgendeinem Menschen verfaßt sein kann.

  • Der Qur`an nimmt zugestandenermaßen eine bedeutende Stellung unter den religiösen Bücher ein. Obwohl er das jüngste der Werke ist, die zu der epochemachenden Literaturklasse zählen, steht er keinem von ihnen nach in der wunderbaren Wirkung, die er auf große Massen ausgeübt hat. Er hat eine fast neue Phase des menschlichen Denkens und ein blühendes Persönlichkeitsmuster geschaffen. Zunächst verwandelte er eine Zahl grundverschiedener Wüstenstämme der arabischen Halbinsel in eine Heldennation. Dann begann er die gewaltigen, politisch-religiösen Organisationen der Muhammedanischen Welt zu schaffen, jene Organisation, die eine der großen Mächte darstellen, mit denen Europa und der Osten rechnen müssen.
    (G. Margoliouth. In J.M: Roewell`s The Koran, New York: Everyman`s Library 1977, p. VII.)
  • Ein Werk, außerdem, das dermaßen wirksam und geziemend unverträgliche Gefühle hervorruft, sogar in dem entfernten Leser - entfernt, was das Zeitalter, und um so mehr, was die geistige Entfaltung betrifft - ein Werk, das nicht nur den Widerwillen (des Lesers) bezwingt, mit dem er vielleicht seine sorgsame Durchsicht beginnt, sondern diese feindliche Gefühl in Erstaunen und Bewunderung umwandelt.. .
    (F.J. Steingass: in T.B. Hughes´Dictionary of Islam, S. 526-7.)
  • Die obenerwähnten Beobachtungen macht die Hypothese unhaltbar, die von denjenigen aufgestellt ist, die Muhammad als den Verfasser des Qur`an ansehen. Wie könnte ein Mann von einem des Lesens und Schreibens Unkundigen zum wichtigsten Autor der arabischen Literatur werden, was die inneren literarischn Werte betrifft? Wie könnte er damals Tatsachen wissenschaftlicher Natur ansprechen, die kein Mensch seiner Epoche möglicherweise entwickelt haben könnte, und all dies , ohne den geringsten Fehler in seinen Äußerungen über das jeweils behandelte Thema zu machen?
    (Maurice Bucaille, The Bible, The Qur`an and Science, 1978, s.125.)
  • An dieser Stelle sollte vielleicht sein ( des Qur`an ) innerer Wert als eine literarische Leistung nicht an irgendwelchen vorgefaßten Erfahrungsgrundsätzen des subjektiven und ästhetischen Geschmacks gemessen werden, sondern an den Wirkungen, die er auf Muhammad`s Zeitgenossen und Gefährten zeigt; und dies, weil er so wirksam und überzeugenden zu den Herzen seiner Zuhörer sprach, so daß bisher rebellische und widerstreitende Elemente zu einem kompakten und gut organisierten Körper verschmolzen. Sie wurden von Ideen beseelt, weit über jene hinaus, die bis dahin den arabischen Geist leiteten, einfach weil er (der Qur`an) eine zivilisierte Nation aus unzivilisierten Stämmen hervorbrachte und einen neuen Einschlag einschoß in die alten Längsfäden der Geschichte.
    ( F.J. Steingass, zitiert in Hughes` Dictionary of Islam, s.528.)
  • Bei diesem Versuch, die Ausführungen meiner Vorgänger zu verbessern und etwas vorzulegen, was als Nachahmung gelten könnte, bemühte ich mich kleinmütig, die erhabene Rhetorik des Arabischen Qur`an zu studieren, den verzweigten und reichlich variierten Rhythmus, der - abgesehen von der Botschaft selbst - das unbestreitbare Anrecht des Qur`an gründet, zu den größten literarischen Meisterstücken der Menschheit zu gehören.. .. Dieses bezeichnende Merkmal, -´die unnachahmliche Symphonie´, wie der Gläubige Pickthall das von ihm als heilig angesehene Buch (den Qur`an) beschreibt, ´deren Klänge schon die Menschen zu Tränen rühren und zur Entzückung hinreissen´- ist von früheren Übersetzern nahezu völlig ignoriert gewesen; es überrascht daher nicht, daß das, was sie geschrieben haben, in der Tat verblichen und plump klingt, im Vergleich mit dem herrlich gezierten Original.
    (Arthur J. Arberry, The Koran Interpreted, London: Oxford University Press, 1964, s.X)
  • Eine völlig objektive Untersuchung (des Qur`an) unter Heranziehung von modernem Wissen, läßt uns die Übereinstimmung zwischen den beiden ( dem modernen Wissen und dem Qur`an ) erkennen, wie schon an wiederholten Gelegenheiten bemerkt wurde. Dies läßt uns für undenkbar halten, daß ein Mann zu Muhammad`s Zeit der Autor von solchen Darstellungen gewesen wäre, in Anbetracht des Wissensstandes zu seiner Zeit. Solche Gründe sind ein Teil dessen, was der qur`anischen Offenbarung ihre einzigartige Stellung gibt, und den unparteiischen Wissenschaftler zwingt, seine Unfähigkeit einzuräumen, eine Erklärung ausschließlich auf der Basis materialistischer Beweisführung zu geben.
    (Maurice Bucaille, The Qur`an and Modern Science, 1981, s.18.)
Quelle: World Assembly of Muslim Youth
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