Theatergruppe Störstreifenfrei
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Tango

von Slawomir Mrozek

Der junge Arthur rebelliert gegen seine Familie, die jegliche Konventionen abgelegt hat und in der absolute Freiheit und Anarchie herrschen. Doch er selbst wird Opfer seines Versuchs, mit den Werten von gestern eine neue Ordnung zu schaffen. Dieser Versuch einer Revolution im Privaten, die hier auf vertrackte Art auch die Konflikte zwischen Generationen spiegelt, wird vom polnischen Autor Mrozek zu einer ebenso vergnüglichen wie makabren Groteske gesteigert. Das Stück kann als Parabel über das Funktionieren totalitärer Regimes interpretiert werden, aber auch als absurde Farce über die Sinn- und Wertekrise in der modernen Industriegesellschaft.

Darstellerinnen und Darsteller

Arthur
Ralph Scheuermann
Ala, seine Braut
Eva Blunk
Stomil, sein Vater
Torsten
Eleonore, seine Mutter
Anke
Eugenia, seine Großmutter
Katja
Edek
Per Endemann
Onkel Eugen
Andreas Pohlkötter
Souffleuse, Tontechnik
Irene Bock
Licht
Volker
Maske
Simone
Kulisse
Arne Langhoff

Die Aufführung

"Tango" wurde am 26.11. und am 30.11.1999 aufgeführt. Beide Vorstellungen waren ein großer Erfolg, bei vorgesehenen 100 Plätzen waren sie jeweils beinahe ausverkauft. 100 Plätze sind nicht viel für die Mensa? Das mag stimmen, aber bei einer Bühne mit ca. 35 m² Kulissenwand und einer Grundfläche von mehr als 50 m², auf der sich oft bis zu sieben Darsteller und nahezu 3 m³ Requisiten befanden, die von über 7000 Watt Scheinwerferlicht ins rechte Licht gerückt wurden, war die Mensa auch mit 100 Sitzplätzen recht gut gefüllt.

Die Vorgeschichte der Aufführungen war ereignisreich: Nachdem nach dem Stück "KUNST" der "harte Kern" der Theatergruppe durch den Sprung in die große, weite (Arbeits-)Welt beinahe verschwunden war - nur noch Ralph hielt eisern das störstreifenfreie Fähnchen hoch - meldeten sich im Herbst und Winter 1998/99 doch einige Theaterinteressierte, so dass ein passendes Stück gesucht und gefunden wurde: Tango.

Nachdem jedoch ein Darsteller und zwei der drei Darstellerinnen frühzeitig absprangen, schien das Projekt schon wieder beendet, noch bevor es richtig angefangen hatte. Mit Eva fand sich eine "Ersatzdame", die sich als hervorragende Besetzung für Ala, die Braut des jungen Arthur, herausstellte.
Katja freundete sich von Anfang an mit der Rolle der Großmutter Eugenia an, die sie trotz des großen Altersunterschieds zwischen Rolle und Besetzung überzeugend darstellte.
Nur die Mutter Eleonore schien - mangels Besetzung - dem Streichen zum Opfer fallen zu müssen. Beinahe in letzter Minute gab sich Anke einen Ruck und gab ihrem alten Wunsch nach, einmal eine Theaterrolle zu spielen. Damit war Eleonore und mit ihr ein wichtiger Teil des Humors im Stück gerettet.
Für die unscheinbare, aber in keinem Falle unwichtige Rolle des Edek konnte Per gewonnen werden.
Den Onkel Eugen stellte Andreas dar, der sich mit seiner Musicalerfahrung nicht nur in schauspielerischen Fragen, sondern auch bei der Technik als ein großer Gewinn herausstellte.
Zum Publikumsliebling spielte sich Torsten in der Rolle des Vaters Stomil empor, und man fragte sich, ob er nun Stomil oder vielleicht doch sich selbst darstellte...
Der junge Arthur, den die Sittenlosigkeit und der Zerfall der Normen in seiner Familie zunächst in die Rebellion, dann in die Verzweiflung und schließlich in die Tyrannei treibt, wurde von Ralph dargestellt, der als "Belohnung" für seine zentrale Rolle Arthurs Tod auf der Bühne erlitt.

Neben den auf der Bühne sichtbaren Schauspielern gab es auch einige verborgene Hilfsgeister. Den richtigen Ausdruck auf die Gesichter der Darsteller zauberte Simone mit ihrer vieljährigen Theatererfahrung und ihrem Schminkköfferchen. Darüber hinaus brachte sie uns bei den Proben mit ihren Aufwärmübungen in die richtige "Theaterstimmung".
Bei einem fast zweieinhalbstündigen Stück kann es selbstverständlich gelegentliche "Hänger" geben, wenn sich einem mal der Text vorübergehend der Erinnerung entzieht. Um dies zu überwinden, fungierte Irene als Souffleuse, darüber hinaus ließ sie als "Tontechnikerin" die Glocken läuten.
Volker, der bereits Erfahrungen zum Thema Beleuchtung mitbrachte, bediente das Lichtmischpult mit spielerischer Sicherheit.
Anläßlich dieser Aufführung wurde die Beschaffung wiederverwendbarer Kulissen geplant. Mit den Entwürfen und deren Umsetzung war Arne beauftragt. Mit finanzieller Unterstützung des AStA sowie tatkräftiger Hilfe beim Schrauben und Sägen durch Andreas und Ralph konnte so ein "Kulissen-Baukastensystem" realisiert werden, das sich als praktisch erwies.
Und weil es über all dies hinaus im Zusammenhang mit einer Aufführung immer viel mehr zu tun gibt, als man vorher glaubt, waren wir sehr froh, daß uns so viele helfende Hände beim Auf- und Abbauen, beim Getränkeausschank in den Pausen, bei der Verpflegung während der mitunter 9-10stündigen Proben- und Aufführungstermine und vielem mehr angeboten wurden.
Besonders hilfsbereit war wieder einmal das Mensa-Team, das uns nicht nur jedesmal erduldete und mit den nötigen "Kleinigkeiten" (Strom, Besen etc.) versorgte, sondern sogar Lagerfläche für Kulisse und Requisiten zur Verfügung stellte. Bei zukünftigen Aufführungen sind wir in dieser Hinsicht wahrscheinlich sehr viel pflegeleichter, da die nächste Aufführung mit großer Wahrscheinlichkeit in der neuen Mensa stattfinden wird, die für solche Zwecke deutlich besser ausgestattet sein soll als die alte.