
Wohnheim mit 100 Megabit pro Sekunde am Netz
Das Studentenwerk hat das erste Wohnheim mit einem Netz
in 100-Megabit-Technik ausgerüstet. Das ist ein
Qualitätssprung und eine Investition in die Zukunft. Der
Technomathematikstudent Uwe Pierau zum Beispiel rechnet in seiner
Studienarbeit das Temperaturfeld eines Glasschmelzeofens an der
Ausflußstelle aus. Der mit 12 Zentralprozessoren ausgestattete
Compute-Server, der für ihn diese numerische Aufgabe löst, steht im
Rechenzentrum. Uwe Pierau nutzt ihn vom Wohnheim aus - dank der schnellen
Anbindung des Wohnheims können nun auch die Resultate der immerhin 800
Megabyte "schweren" Rechenaufgaben zügig dem auf Entfernung arbeitenden
Benutzer zur Verfügung gestellt werden. "Das Programm ANSYS muß in seiner
Aufgabenstellung die Materialeigenschaften für 128.000 Knotenpunkte in dem
Modell des Ofens ausrechnen und diese werden anschließend in einer
3D-Darstellung ausgegeben. Der Bildaufbau hängt von der
Übertragungsgeschwindigkeit des Netzes ab. So profitiere ich erheblich von
der verbesserten Netzanbindung", sagt Uwe Pierau. Während des Semesters sei
das alte, mit 10 MBit/s ausgelegte Wohnheimnetz mitunter bei solchen
rechenintensiven Aufgaben "in die Knie" gegangen.
Und warum können die Studenten für solche Aufgaben nicht einfach direkt ins
Rechenzentrum gehen? "Das Rechenzentrum verfügt nur über eine begrenzte
Zahl von Arbeitsplätzen, die würden aber nie und nimmer für die 2.400
Clausthaler Studierenden hinreichen", erklärt Dipl.-Inf. Hans-Ulrich Kiel,
der im Rechenzentrum die Wohnheimvernetzung federführend betreibt, einen der
Gesichtspunkte. "Was wir jetzt hier machen, ist eine Investition in die
Infrastruktur der Zukunft", ergänzt Hans-Ulrich Kiel. "In den kommenden Jahren
werden an vielen Hochschulstandorten Multimedia-Lehreinheiten entstehen, und
jeder Studierende sollte die Möglichkeit besitzen, diese Angebot online
abrufen zu können. Die TU Clausthal nimmt mit den Wohnheimnetzen unter
den deutschen Hochschulen eine führende Rolle ein und bietet damit beste
Vorausetzungen für solche Anwendungen.", schildert
Hans-Ulrich Kiel die Perspektiven des neuen Netzes. TUC

Jan Brand (links im Bild) und Oliver Hellemann (ganz rechts) nahmen das
100 MBit/s schnelle Netz ihn Betrieb. Uwe Pierau (Mitte) nutzt die neuen
Möglichkeiten für graphisch anspruchsvolle Simulationsaufgaben. Photo:
Jochen Brinkmann

Hans-Ulrich Kiel,
Kiel@rz.tu-clausthal.de
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