TU Clausthal schließt Wohnheime an internationales Datenkommunikationsnetz an

Aus der Studentenbude in die weite Welt
CLAUSTHAL-ZELLERFELD (pid)
Wer heute noch sagt, die Technische Universität Clausthal befindet sich
weit ab vom Schuß in finsterer Provinz, der irrt sich gewaltig: Die
beschauliche Universität im Harz, an der 3500 Studenten immatrikuliert
sind, ist sehr viel globaler orientiert als so manche große Hochschule
in der Bundesrepublik.
Als erste Universität in Deutschland hat die TU Clausthal im vergangenen
Jahr damit begonnen, die Studentenwohnheime an das weltweite
Datenkommunikationsnetz Internet anzuschließen. Inzwischen seien vier
der elf Wohnheime mit dem Rechenzentrum der Universität und dem weltweit
größten Computernetz verbunden, sagt TU-Pressesprecher Jochen
Brinkmann. Für die Studenten bedeutet dies erhebliche Arbeitsvorteile,
da sie unabhängig von den Öffnungszeiten des Rechenzentrums vom
heimischen PC aus das Internet nutzen können.
In den nächsten Monaten sollen alle weiteren Studentenwohnheime, in denen
rund 1000 Studenten leben, an das Rechenzentrum angeschlossen werden.
Das Beispiel Clausthal habe inzwischen auch an anderen Universitäten
Schule gemacht, berichtet der Geschäftsführer des Studentenwerks,
Peter Zimmermann. Inzwischen gebe es auch in Ulm, Chemnitz, Dresden
und Oldenburg ähnliche Angebote. Den Studenten, die einen Wohnheimplatz
ergattert haben, bieten sich damit enorme Möglichkeiten. Wer einen
eigenen PC hat, kann sich über ein Modem ins Rechenzentrum einklicken
und darüber weltweit Daten und Mitteilungen empfangen und versenden.
Die angehenden Maschinenbauer, Physiker, Geologen oder Chemiker, die
an der TU Clausthal studieren, können über die on-line-Verbidnung
von ihren kleinen Wohnheim-Buden aus in internationalen Datenbanken
für ihre Haus- und Diplomarbeiten recherchieren. Ein Informatik-Student
kommuniziert mit einem Professor, der inzwischen an einer anderen
Universität lehrt, um ihm vom Fortgang seiner Diplom-Arbeit zu
berichten. Andere Studenten können den Großrechner der TU über
Nacht umfangreiche Rechenoperationen ausführen lassen, die sie sonst
wegen der begrenzten Öffnungszeiten des Rechenzentrums nicht zu
Ende bringen könnten. Damit werde das Clausthaler Rechenzentrum
bis an die Obergrenze seiner Leistungsfähigkeit ausgenutzt, sagt
Uni-Sprecher Brinkmann.
Für die Studenten, die nun an ihrem heimischen Schreibtisch ein
elektronisches Tor zur Welt besitzen, ist der Service kostenlos.
Die Studenten hätten jedoch großes Engagement gezeigt und in
Eigenregie die Vernetzung in den Wohnheimen übernommen, berichtet
Zimmermann. Außerdem besorgen sie selbst die Pflege der Software.

Hans-Ulrich Kiel,
Kiel@rz.tu-clausthal.de
|