Der
Fiat Ritmo (interne Bezeichnung "138", in den USA und Großbritannien
"Strada") ist eine Kombilimousine der unteren Mittelklasse, die in
dem Zeitraum von 1978 bis 1987 hergestellt wurde. Die Geschichte der Fiat Ritmo
läßt sich in drei Abschnitte einteilen:
1. Serie: Fiat Ritmo (1978 – 1982),
2. Serie: Fiat Nuova Ritmo (1982 – 1985),
3.
Serie: Fiat Ritmo ´86 (1985 – 1987).
Seit
der Gründung im Jahre 1899 baut Fiat (Fabbrica Italiana Automobili Torino)
Automobile; 1978 war Fiat, hinter PSA (Peugeot und Citroën), Volkswagen und
Renault, der viertgrößte Automobilhersteller in Europa.
Die
Premiere des Fiat Ritmo Ende April 1978 in Turin geschah zu einer Zeit, als
Fiat sechs Milliarden Mark in die Entwicklung drei völlig neuer Modellreihen
und die Überarbeitung der anderen investierte, wovon der Fiat Ritmo den Auftakt
bildete. Der Fiat Ritmo löste den Fiat 128 ab, der aber noch zwei Jahre
parallel weitergebaut wurde. Er stellte eine Abkehr von den hinterradgetriebenen
Stufenhecklimousinen hin zu frontgetriebenen Kombilimousinen dar, wie sie schon
erfolgreich beim Fiat 127 praktiziert worden war. Frontantrieb und quer
eingebauter Motor sind heute ein modernes Konzept für beste Raumausnutzung. In
dem Kompaktwagen Fiat Ritmo wurde mit dem recht langen Radstand auch ein
überdurchschnittliches Platzangebot geschaffen. Mit der neuen Karosserie hatte
man mutig konventionelles Styling verlassen: Kreisrunde Scheinwerfermulden,
große Kunststoff-Stoßflächen an Front und Heck, asymmetrische Luftschlitze in
der Front und auf der Motorhaube und auch Ansätze von verspielten Details wie
die seitlich abknickenden Stoßflächen, die hochgezogenen unteren Ecken des
Heckfensters und die ungewöhnlich unterteilten Felgen, die nur noch in zwei
Achsen symmetrisch und nicht mehr dem Rad entsprechend zentralsymmetrisch
waren, definierten deutliche Unterscheidungsmerkmale zu Konkurrenten.
Zur
Vorstellung wurden Ausführungen mit drei und fünf Türen und drei Motorvarianten
angeboten, nämlich mit 60, 65 und 75 PS, wovon die beiden kleineren Motoren
direkt vom Fiat 128 abgeleitet waren. Der ab 1979 eingesetzte Antrieb des Ritmo
60 L stammte vom Fiat 127.
Anfang
1981 kamen die Super 75 und Super 85 mit neuen OHC-Motoren und völlig neuer
Inneneinrichtung hinzu. Ebenso erschien 1981 der Ritmo Diesel mit einem von
Aurelio Lampredi konstruierten Dieselmotor, der fast die Fahrleistungen des
Ritmo 60 erreichte. Im Mai 1981 stand das Grand Tourismo-Fahrzeug Ritmo 105 TC
mit einem neuen Doppelnockenwellenmotor vor der Tür. Zur Frankfurter IAA 1981
wurde die Ritmo-Reihe weiter vervollständigt: Als echter Sportwagen trat der
Ritmo Abarth 125 TC auf den Plan, mit reichhaltiger Austattung, dessen Fahrwerk
auf die hohe Fahrleistung abgestimmt war. Außerdem erschien das von Bertone
gestylte Cabriolet S 85, nachdem schon im September 1979 auf der IAA in
Frankfurt ein Cabriolet auf Basis des Ritmo 75 CL von Bertone gezeigt worden
war.
Schon
1982 wurde der Ritmo kräftig überarbeitet und als Nuova Ritmo vorgestellt.
Folgende Modellvarianten gehörten zu ersten Generation:
Fiat
Ritmo 60 L / 1116 cm³ (1978 – 1979)
Fiat Ritmo 60 L / 1049 cm³ (1979 – 1982)
Fiat Ritmo 60 CL (1978 – 1982)
Fiat Ritmo 65 CL (1978 – 1982)
Fiat Ritmo 75 CL (1978 – 1982)
Fiat Ritmo Super 75 (1981 – 1982)
Fiat Ritmo Super 85 (1981 – 1982)
Fiat Ritmo 105 TC (1981 – 1983)
Fiat Ritmo Abarth 125 TC (1981 – 1983)
Fiat Ritmo Diesel (1981 – 1982)
Fiat Ritmo S 85 Bertone Cabriolet (1981 –
1983)